Ratgeber Garten & Außenbereich
Garten neu anlegen: Planung, Kosten und klimafitte Gestaltung
Von der Bestandsaufnahme über Wege und Terrasse bis zur Bepflanzung: So planen Sie Ihren Garten Schritt für Schritt – pflegeleicht und klimaangepasst.

Inhaltsverzeichnis
Ein gut geplanter Garten ist ein zusätzliches Zimmer unter freiem Himmel. Damit er zum Alltag passt und nicht zur Dauerbaustelle wird, lohnt sich eine strukturierte Planung – bevor der erste Spaten in die Erde geht.
Schritt 1: Bestand und Bedürfnisse
- Wie groß ist der Garten, wie verläuft die Sonne, wo gibt es Schatten?
- Wie ist der Boden beschaffen – lehmig, sandig, verdichtet?
- Welche Bäume und Gehölze sollen bleiben? Gibt es eine Baumschutzsatzung?
- Wofür wollen Sie den Garten nutzen: Spielen, Gemüseanbau, Entspannen, Feiern?
- Wie viel Zeit möchten Sie in die Pflege investieren?
Schritt 2: Zonen planen
Teilen Sie den Garten in Bereiche: Terrasse nah am Haus, Rasen- oder Spielfläche, Beete, ein ruhiger Sitzplatz, Nutzbereiche für Mülltonnen, Kompost und Geräte. Wege verbinden die Zonen – möglichst direkt dort, wo man tatsächlich läuft.
Schritt 3: Befestigte Flächen
Wege, Terrassen und Stellplätze sind die teuersten Elemente – und sollten langlebig gebaut werden. Entscheidend ist der Unterbau: Eine ausreichend starke, verdichtete Tragschicht verhindert, dass Pflaster absackt. Versickerungsfähige Beläge wie Rasengittersteine, Fugenpflaster oder Kies entlasten die Kanalisation und können je nach Gemeinde Gebühren sparen.
| Fläche | Kosten (ca., inkl. Unterbau) |
|---|---|
| Betonpflaster | 70 – 110 €/m² |
| Naturstein- oder Klinkerpflaster | 100 – 150 €/m² |
| Terrasse aus Stein oder Keramik | 100 – 200 €/m² |
| Holz- oder WPC-Terrasse | 120 – 250 €/m² |
Schritt 4: Pflanzen klimafit auswählen
Hitze- und Trockenperioden nehmen zu. Setzen Sie auf standortgerechte, trockenheitsverträgliche Stauden und Gehölze, heimische Arten für Insekten und Vögel, Mulch zur Feuchtigkeitsspeicherung und eine Regentonne oder Zisterne zur Bewässerung.
Schritt 5: Umsetzung in Etappen
Nicht alles muss in einem Jahr fertig werden. Sinnvoll ist: erst Erdarbeiten, Leitungen (Strom, Wasser, Beleuchtung) und befestigte Flächen, dann Rasen und Pflanzungen. Pflanzzeiten sind Frühjahr und Herbst.
Fachbetrieb oder Eigenleistung?
Pflanzen und Beetpflege lassen sich gut selbst übernehmen. Erdarbeiten, Pflaster, Stützmauern und Terrassen gehören dagegen in die Hände eines Garten- und Landschaftsbaubetriebs – Fehler im Unterbau zeigen sich oft erst nach Jahren.
Häufige Fragen
Die Kosten hängen stark von Fläche, Erdarbeiten und Materialien ab. Pflasterflächen liegen etwa bei 70–150 € pro m² inklusive Unterbau, Rollrasen bei 12–25 € pro m². Ein komplett neu gestalteter Garten kann schnell fünfstellige Beträge erreichen.
Mehrere Bundesländer schränken Schottergärten ein oder verbieten sie für Neuanlagen. Zudem sind sie ökologisch problematisch und heizen sich im Sommer stark auf. Prüfen Sie die Regeln Ihres Bundeslandes und Ihrer Gemeinde.



